Redebeitrag im Gesundheitsblock der “#unteilbar” Großdemonstration

Dresden, 24.08.2019 – Nur ein gesundes Klima kann ein Klima der Gerechtigkeit sein!
Wir sind die Aktionsgruppe Gesundes Klima der Kritischen Mediziner*innen. Die kritischen Mediziner*innen, das sind Menschen aus dem Gesundheitssektor: Medizinstudierende, Pfleger*innen, Gesundheitswissenschaftler*innen, Ärzt*innen.
Wir alle sind heute bei #unteilbar, um unsere vielfältigen Themen zusammenzubringen, um für unsere gemeinsamen Ziele auf die Straße zu gehen: für Solidarität, für unteilbare politische und soziale Rechte, für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung von Mensch und Natur!
Der Kampf gegen den Klimawandel und für Klimagerechtigkeit ist hierfür essentiell! Wir wollen jetzt erklären, warum Klima und Gesundheit #unteilbar verbunden sind.
„Klimawandel ist die größte Gefahr für die globale Gesundheit im 21. Jahrhundert“ Das hat das renommierte britische Medizinjournal The Lancet schon 2009, vor 10 Jahren!, verkündet. Warum?
Durch die weltweit steigenden Temperaturen steigt die Zahl der Extremwetter-Ereignisse. Es kommt zu Überschwemmungen, Dürren, Feuer und Stürmen. Es drohen vermehrt Hungersnöte, schon jetzt werden bewaffnete Konflikte um Wasser geführt, Millionen von Menschen werden ihre Heimat verlassen. Die Folgen für die Gesundheit der Menschen sind vielfältig: Unterernährung, Infektionskrankheiten, Atemwegserkrankungen, Verletzungen, … . Gleichzeitig zerstören Umweltkatastrophen medizinische Infrastruktur. Krankenhäuser sind nach Überflutungen nicht mehr nutzbar, Krankentransporte können nicht stattfinden, Hygienestandards nicht eingehalten werden, … .
Ebenso bleibt auch die Psyche nicht vom Klimawandel verschont: neben Traumastörungen, z.B. nach Verlust der Heimat durch eine Überschwemmung führen Hilflosigkeit, Stress oder Unsicherheit zu starker psychischer Belastung. Allein das Gefühl der Machtlosigkeit gegenüber den sich entfaltenden Umweltveränderungen kann psychisch belasten. Die Liste der durch den Klimawandel ausgelösten Krankheiten ist ewig lang. Oder anders gesagt: Es kann keine gesunden Menschen auf einem kranken Planeten geben.
Wir leben in einer Zeit, in der uns eine lang ignorierte Krise zu überrumpeln droht. Der Klimawandel ist ein Katalysator, er führt uns die Zerstörung durch kapitalistische Logik und die Verstrickung verschiedener Unterdrückungsmechanismen wie z.B. Rassismus oder Sexismus brutal vor Augen. Doch könnte „der Kampf gegen den Klimawandel auch die größte Chance für die Gesundheit im 21. Jahrhundert“ sein.
Denn den Klimawandel können wir nur aufhalten bzw. abbremsen, wenn wir die #unteilbarkeit unserer emanzipatorischen Kämpfe erkennen. Um diese Strukturen zu überwinden müssen wir kollektiv handeln. Wir müssen uns organisieren und gemeinsam Veränderungen bewirken.
Was bedeutet das?
Das heißt, dass die Arbeitskämpfe in der Pflege und der Kampf für ein gesundes Klima zusammengehören, denn: wir brauchen mehr Pflege und weniger Ressourcenverbrauch im Krankenhaus.
Das heißt, dass der unermüdliche Einsatz für eine gute Gesundheitsversorgung unabhängig von Pass oder Einkommen und der Kampf für ein gesundes Klima zusammengehören: denn Rassismus macht krank!
Das heißt, dass wir als Gesundheitsarbeiter*innen uns gegen die Nutzung fossiler Brennstoffe einsetzen müssen, denn: Kohle macht krank!
Wir kämpfen hier nicht nur für den Umweltschutz – wir kämpfen für unsere Zukunft auf einem intakten Planeten, wir kämpfen für unsere gemeinsame Gestaltung dieser Zukunft und wir kämpfen für das unantastbare Recht auf Gesundheit für alle Menschen!
SYSTEM CHANGE NOT CLIMATE CHANGE!

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